Apéro: Ein sympathischer Bestandteil unserer Trink- & Ess-Traditionen

Mai 10 2021

Apéro: Ein sympathischer Bestandteil unserer Trink- & Ess-Traditionen

Apéro: Ein sympathischer Bestandteil unserer Trink- & Ess-Traditionen

Apéro, Apéritif (Französisch) oder Aperitivo (Italienisch) sind Getränke, die normalerweise vor einer Mahlzeit serviert und genossen werden, ob mit oder ohne Alkohol. Sinn und Zweck des Apéros ist es den Appetit anzuregen und auf die bevorstehende Mahlzeit einzustimmen. Der Apéro ist unterdessen ein fester Bestandteil in den romanischen Kochtraditionen wie der französischen und italienischen Küche. Der Apéro dient auch dazu, den Gästen die Wartezeit bis zum Servieren des Essens zu verkürzen, bzw. die Zeit zu überbrücken, bis alle Gäste eingetroffen sind und man gemeinsam an den Tisch gehen kann.

Wie das Wort “Apéro” entstanden ist

“Aperitivo” und "Aperitif" stammen vom lateinischen "aperire", was "öffnen" bedeutet. Ursprünglich war damit nicht das Öffnen einer guten Flasche gemeint, sondern die Poren der Haut sollten geöffnet werden um alle Giftstoffe des Körpers auszuscheiden. Auch wenn das Wort heute vorwiegend mit der Vorstellung eines alkoholischen Getränks verbunden ist, war der Aperitif also ursprünglich eine Medizin und bedeutete ein „öffnendes, abführendes Heilmittel“. In dieser älteren Verwendung als medizinisches Fachwort war es bereits im 16. Jahrhundert aus dem mittellateinischen «aperitivus» (öffnend), auf lateinisch «aperīre» (öffnen), in die deutsche Sprache überführt worden. Die heutige Bedeutung des Wortes Apéro als „alkoholhaltiges Getränk" zum Anregen des Appetits entwickelte sich im 19. Jahrhundert in der französischen Sprache und wurde im 20. Jahrhundert mit der französischen Lautform ins Deutsche übernommen. 

Apéro: Eine spannende Geschichte

Obwohl niemand mit Sicherheit weiss, wann Apéros zum ersten Mal serviert wurden, tranken mittelalterliche "Dinner-Gäste" vor den Mahlzeiten oft eine Mischung aus bitteren Kräutern mit fruchtigen Weinen, um die Verdauung zu verbessern. Diese “frühen” Apéros enthielten Wein, um die Kräuter ohne Würgen schlucken zu können.

In Italien wurde das Aperitivo-Konzept 1786 in Turin vom Erfinder des Wermutlikörs, Antonio Benedetto Carpano, eingeführt. Es ist zudem überliefert, dass Gaspare Campari in den 1860er Jahren nach Mailand zog, wo er ein Café eröffnete und seine selbst-gebraute Erfindung, den Campari-Likör, servierte. Mit Soda und Wermut gemischt, wurde dieses Getränk als Americano bekannt. Das Grundkonzept des Aperitivo - ein bitteres Getränk gepaart mit kleinen Snacks - scheint sich jedoch erst in den 1920er Jahren in Mailand, der Hauptstadt des Aperitivo, durchgesetzt zu haben.

In Frankreich wurde der Aperitif offenbar 1846 als Medizin eingeführt, als der Chemiker Joseph Dubonnet sein weinhaltiges Getränk als Mittel zur Verabreichung des malariabekämpfenden Chinins kreierte. Da die Medizin ein sehr bitteres Gebräu war, entwickelte er eine Formel aus Kräutern und Gewürzen, um den scharfen Geschmack des Chinins zu überdecken. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde der Aperitif in das Konzept des heutigen Aperitifs umgewandelt als ein Getränk, das den Appetit anregt.

In Spanien und in einigen Ländern Lateinamerikas sind Apéros seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der Tapas. Im späten 19. Jahrhundert wurden Apéros in ganz Europa sehr populär. Die Popularität in Europa überquerte den Atlantik und um 1900 wurden sie auch in den Vereinigten Staaten häufig serviert.

Der typische Apéro existiert nicht

Es gibt kein einzelnes alkoholisches Getränk, das typischerweise der Apèro serviert wird. So gibt es eine Vielzahl von regionalen Vorlieben und Modetrends. Viele Kulturen geniessen unterschiedliche Apéros, basierend auf ihren aktuellen Essgewohnheiten und dem historischen Genuss.

Weine, Schaumweine, Liköre, Biere und bestimmte Shortdrinks, werden heute am häufigsten als Apéros serviert und genossen. Da der Apéro vor dem Essen serviert wird, liegt die Betonung in der Regel eher auf trocken als auf süss.

Einige der beliebtesten Aperitifs aus aller Welt sind:

  • Aperol-Variationen: Aperol Royal oder Sour, Italian Gipsy, Florida, Spritz (Prosecco mit Aperol)
  • Campari-Variationen: Campari Soda, Campari Orange, Americano, Negroni
  • Champagner in allen Varianten
  • Frizzante und Spumante: Prosecco as bekanntester Vertreter
  • Hugo: Cocktail aus Prosecco, Zitronenmelisse- oder Holunderblüten-Sirup
  • Kir: Oft als Variante Kir Royal
  • Manhattan und seine Variationen: Affinity, Bobby Burns, Brooklyn, Rob Roy, Rory O’More
  • Martini Dry und seine Variationen

Selbstverständlich servieren kreative Gastgeber in aller Welt viele regionale, traditionelle Apéros. Es lohnt sich immer, sich auf diese Spezialitäten in anderen Ländern einzulassen, diese zu geniessen und das eigene "Spektrum" zu erweitern. Prosit! 

Etikettiert: apéro